Baumloser Sattel oder Sattel mit Baum – was ist fürs Pferd komfortabler?

Es gibt Sättel mit Sattelbaum (die Bäume sind aus Holz oder Kunststoff) und es gibt Sättel ohne Baum.

Hersteller bewerben, daß Pferde angeblich bei Sätteln ohne Baum ganz viel Bewegungsfreiheit haben, und diese Sättel sie nirgends einschränken können. Baumlose Sättel seien total pferdegerecht, sagen die.

Aber stimmt das auch?

Dazu muss man wissen, wie ein Pferd sich bewegt und wie es funktioniert:

Um das Reitergewicht gut tragen zu können, sollten Pferde von hinten nach vorne über den Rücken an das Gebiss oder die Zäumung, eben an die Reiterhand, herantreten. Der Rücken des Pferdes soll als Brücke zwischen Vor- und Hinterhand funktionieren und soll sich heben und senken können. Das Reitergewicht muss erst mal vom Pferderücken getragen werden – das Gewicht des Reiters muss auch mit hochgehoben werden, wenn der Pferderücken sich anhebt. Das Pferd muss also den Rücken aufwölben können.

Das geht leichter, wenn zwischen Reiter und Pferd eine Art „Rahmen“ ist. Das spricht für einen Sattel mit Baum.

Anders gesagt: Das Pferd ist der Träger und der Reiter ist die Last. Eine Last ist für den Träger leichter zu tragen, wenn etwas festes, starres zwischen Träger und Last ist. Darum kannst du einen Rucksack auch mit höherem Gewicht angenehmer und einfacher tragen, wenn der Rucksack eine feste Verstärkung hat.

Ein Sattelbaum bietet (wenn er passt) dem Pferd die Möglichkeit, seinen Rücken hinein zu wölben, und somit den Reiter besser tragen zu können. Natürlich muss er groß genug sein, damit das Pferd sich gut drunter bewegen kann. Größe und Form des Baumes müssen zum Körperbau des Pferdes passen.

Bei einem Sattel ohne Baum hingegen, sitzt der Reiter den Pferderücken „direkt runter“, ohne was dazwischen. Wie wenn der Rucksack dir ein Hohlkreuz macht, und es für dich echt anstrengend ist, den Rucksack aus deinem Hohlkreuz wieder rauszudrücken. Vor allem Pferde mit Senkrücken oder schwacher Rückenmuskulatur haben kaum eine Chance, ihren Rücken mit einem baumlosen Sattel aufzuwölben.

Außerdem bietet ein Sattel mit Baum eine gewisse Möglichkeit für Pferd und Reiter, sich zu sortieren. Beide, Pferd und Reiter, sind von Natur aus schief. Das Pferd soll nun lernen, gerade links und rechts von hinten nach vorne an den Zügel heranzutreten und sich zu sortieren und auszubalancieren. Und der Reiter soll lernen, sich selbst auf dem Pferd gut auszubalancieren. Wenn nun beide, Reiter und Pferd, ihre Schiefe gegenseitig ungefiltert (ohne Baum dazwischen) an sich abgeben, wird das ausbalancieren eher schwierig.

Mein Fazit:

Komfortabler für´s Pferd ist ein Sattel mit Baum. Voraussetzung ist natürlich, wie gesagt, dass der Sattel auch wirklich passt.

Sättel ohne Baum sind kein Problem, solange nicht jeden Tag eine Stunde oder länger drauf geritten wird. Denn es ist natürlich auch eine Frage der Zeit, wie lang das Pferd es schafft, den Reiter zu tragen, ohne daß der Rücken nach unten nachgibt. Ebenso sind baumlose Sättel weniger ein Problem, wenn ein Pferd schon gut ausgebildet ist und einen gut tragfähigen Rücken hat, und der Reiter sich selbst gut ausbalancieren kann.

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